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E.S.T. ESBJÖRN SVENSSON TRIO
Biografie

Esbjörn Svensson gründete 1990 sein erstes eigenes Trio, das ein Vorläufer des Esbjörn Svensson Trios war, und dem bereits sein Jugendfreund und Schlagzeuger Magnus Öström, angehörte. 1993 stieß der Bassist Dan Berglund (*1963) zu den beiden Musikern, und das Esbjörn Svensson Trio wurde gegründet. Kurz darauf erschien ihr erstes Album When Everyone Has Gone. Ein Jahr später kamen die drei Musiker überein, sich nur noch auf die Arbeit mit ihrem eigenen Trio zu konzentrieren und keine größeren musikalischen Nebentätigkeiten mehr auszuführen. 1995 erschien in Schweden ihr Album Mr. & Mrs. Handkerchief, das sechs Jahre später vom Label ACT Music unter dem Titel E.S.T. live '95 im restlichen Europa veröffentlicht wurde. Mitte der neunziger Jahre hatte sich das Trio in der nordischen Jazzszene etabliert, und Svensson wurde 1995 und 1996 in Schweden zum Jazzmusiker des Jahres gewählt. Das nächste Album E.S.T. Plays Monk verkaufte sich in Schweden über 10.000 mal und die frischen Arrangements der Kompositionen von Thelonious Monk fanden nun bereits großen Anklang bei Kritikern. 1997 erschien das Album Winter in Venice, das fast ausschließlich Eigenkompositionen beinhaltet und zwei Schwedische Grammys gewann, einen für Svensson als „Best Composer“, den anderen für das beste Album. Da sein Stockholmer Label keine Auslandskontakte zur Jazzwelt hatte, nahm Svensson 1994 die Gelegenheit einer Aufnahme mit dem Posaunisten Nils Landgren wahr, um mit dessen Manager Siegfried Loch vom deutschen Jazz-Label ACT über eine Zusammenarbeit zu reden. Svensson bestand auf einer beiderseitigen Kooperation der Labels und es dauerte fünf Jahre bis der Vertrag zustande kam. Mit der CD From Gagarin's Point of View (1999), die international von ACT vertrieben wurde, gelang e.s.t. auch der internationale Durchbruch. Der Song "Dodge the Dodo", vom letztgenannten Album entwickelte sich zu einem oft gespielten Hit der Band . Er machte, zusammen mit Svenssons weiteren Kompositionen, seine kompositorischen Fähigkeiten sowie den typischen e.s.t.-Sound einem internationalem Publikum bewusst und war zukunftsweisend für die Entwicklung des Jazz Trios. Mit ihren Alben Good Morning Susie Soho und Strange Place for Snow machten sie insbesondere auch das amerikanische Publikum auf ihr Trio aufmerksam, und es folgte 2002 eine neunmonatige Tour durch Europa, die USA und Japan. Beide Alben zeichneten sich durch große Originalität aus, integrierten sicher und kreativ andere Musikstile und festigten den bestimmten Sound der Gruppe. Die seitdem veröffentlichten Alben Seven Days of Falling (2003), Viaticum (2005) und Tuesday Wonderland (2006) wurden sowohl von Kritikern als auch Fans sehr positiv aufgenommen und brachten diverse Auszeichnungen sowie sehr gute Platzierungen in den Jazz- und Popcharts. Die ausgedehnten Konzerttouren zu den Alben führten viele Zuhörer zu ihren Live-Auftritten und allein auf der „Tuesday Wonderland“-Tour gab die Band innerhalb eines Jahres vor mehr als 200.000 Zuhörern über 100 Konzerte in 24 Ländern. Als erste europäische Jazz-Band überhaupt erschien e.s.t. auf dem Titelbild des angesehenen US-amerikanischen Jazz-Magazins Down Beat (Mai 2006). Nach diesem Erfolg arbeitete das Trio kontinuierlich am Konzept der Integration von Klangerweiterungen (elektronischen sowie mechanischen) in einem Jazz-Trio-Kontext. Das vorletzte Album e.s.t. live in Hamburg erschien im November 2007 und stellt einen Konzertmitschnitt eines Auftritts im Herbst 2006 in Hamburg im Rahmen der „Tuesday Wonderland“-Tour dar. Die kreative und energiereiche Improvisation der Band wird auf dieser Doppel-CD sehr authentisch festgehalten und führte zu dem Vergleich mit dem Köln Konzert von Keith Jarrett, was die Bedeutung in ihrer Diskographie betrifft. Die Aufnahme zeigt den über die Jahre entwickelten Sound des Trios deutlich, weist dabei teilweise als neue Interpretation der bekannter e.s.t. Kompositionen über das bisher Gehörte hinaus und ist einer der bedeutendsten Live-Mitschnitte, die das Genre in der letzten Zeit hervorgebracht hat. Das letzte Album Leucocyte, welches posthum erschien, ist der Mitschnitt einer vollständig frei improvisierten Jam-Session der Band in den Studios 301 während der Australien-Tour im Januar 2007. Die Musik ist deutlich experimenteller als auf vorherigen Alben und stellt einen für Jazztrios ungewohnten Sound dar, der viele elektronische Klangerweiterungen (Hall, Verzerrungen usw.) enthält, als Fundament jedoch den akustischen Klang bewahrt. Dies deutet auf die ursprünglich geplante musikalische Weiterentwicklung des Trios hin, wofür auch die Tatsache spricht, dass spontane Jam-Sessions, ohne feste Kompositionen, der Band als Quelle der musikalischen Erneuerung galten. Die Rezeption von Svenssons visionärer Klangsprache auf diesem Meilenstein durch Musikerkollegen, Fachwelt und Publikum ist noch nicht abgeschlossen und bietet Ansatzpunkte für die Entwicklung neuer Klangdimensionen im Jazz Trio Kontext. Nach Svenssons Tod wurde das Esbjörn Svensson Trio aufgelöst. Die musikalische Zukunft seiner Kollegen Dan Berglund und Magnus Öström ist noch ungewiss. Einer Aussage Öströms zufolge wäre ein Auftreten der beiden als Duo unter dem Bandnamen Taurus 2 möglich. Am 12. September 2008 fand auf Schloss Elmau in Bayern ein Gedenkkonzert für Esbjörn Svensson statt. Es spielten Dan Berglund, Magnus Öström und Nils Landgren.