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BUSH
Biografie

Beim Hören des neuen Bush-Albums, The Sea of Memories, durchdringt einen das Gefühl, man müsse wissen, woher die Band kommt, um schlussfolgern zu können, wohin ihr Weg führt. „Wir sind die Summe von allem, was wir gemacht haben – ob richtig, falsch oder irgendwo dazwischen“, sagt Sänger und Gitarrist Gavin Rossdale. „Wir alle sind Opfer und Nutznießer unserer Vergangenheit.“ Die aus Großbritannien stammende Band hatte innerhalb der ersten sechs Jahre ihrer Bandgeschichte mehr Erfolg als die meisten Künstler während ihrer gesamten Karriere. Von Sixteen Stone bis The Science of Things produzierten sie einige der erfolgreichsten Rockalben der jüngeren Geschichte. Die zukunftsweisende Truppe erschuf außerdem einen Sound, der charakteristisch für eine komplette Dekade gewesen sein dürfte.

Heute durchforstet Rossdale die Vergangenheit nach Schlüsseln für die Zukunft – und hat in diesem Prozess ein Album hervorgebracht, das beide Seiten dieser Zeitleiste widerspiegelt. Auf The Sea of Memories hat er die Band wieder auferstehen lassen – mit Schlagzeuger Robin Goodridge, Gitarrist Chris Traynor und Bassist Corey Britz. „Wenn man Musik macht, dann hat man die Wahl, das zu wiederholen, was man schon mal gemacht hat, oder ob man sich weiterentwickelt“, sagt Rossdale. „Es wäre eine sichere Sache gewesen, einfach Sixteen Stone (das Debut-Album aus dem Jahr 1994) aufzuarbeiten, aber was für eine Vorstellung wäre das? Wenn du die Straße entlang fährst, dann konzentrierst du dich auf das, was vor dir liegt, anstatt ständig in den Rückspiegel zu blicken. Mir gefällt der Gedanke, dass Kunst sich verändert, weiterentwickelt und wandelt.“

The Sea of Memories sprüht nur so vor der für Bush typischen Intensität und wird angetrieben von Rossdales gefühlvoller, bittersüßer Stimme. Es ist zusätzlich aber auch erfüllt von einer Intimität, die das Album in eine neue und spannende Richtung leitet. Bush präsentiert sich als wiederbelebte Einheit – von der Lead-Single, dem atmosphärischen und kraftvollen „The Sound of Winter“, bis hin zum blitzschnellen und überschwänglichen „All My Life“. Man erkennt darin eine frische Denkweise, die zum Teil auch von den Ereignissen rund um die Entstehung dieses Albums beeinflusst worden ist.

Ende des vergangenen Jahres, nachdem die Scheibe mit Produzent Bob Rock (Metallica, Aerosmith) fertig aufgenommen worden war, hielt Rossdale bereits sämtliche Arbeiten an der CD für beendet. Doch künstlerische Differenzen mit dem Label führten zu einer freundschaftlichen Trennung und dazu, dass die Band sich mit dem neuen Album im Gepäck auf die Suche nach einem neuen Partner machte. Während ihr Team Angebote von einer Vielzahl von Labels bekam, ging die Band abermals in Rossdales Kingston Sound Studios in Los Angeles und brachte noch weitere fünf Songs hervor. „Ich wollte mich nicht zu sehr auf den Abschluss eines neuen Deals konzentrieren“, sagt Rossdale. „Ich wollte in Bewegung bleiben und kreativ sein. Wir hatten gute Ideen und wollten sie umsetzen.“

In dieser energiegeladenen Phase beschloss die Band, die Zügel in die Hand zu nehmen und das Album selbst herauszubringen. Folglich ist The Sea of Memories Bushs erste Indie-Platte seit den frühen 1990er Jahren. Rossdales eigenes Label, Zuma Rock Records, wird das Album in Europa in einer exklusiven Zusammenarbeit mit earMUSIC veröffentlichen. „Es war befreiend, als wenn man endlich wieder Luft bekommt“, beschreibt Rossdale den Schritt, sich vom Major-Label zu trennen und nun mit weniger kreativen Beschränkungen arbeiten zu können. „Bei einem Major-Label unter Vertrag zu sein, bringt einen gewissen Druck mit sich. Wenn du gefördert wirst und man sich gut um dich kümmert, dann gibt dir das die Freiheit und das Selbstvertrauen, kreativ zu arbeiten und gute Ergebnisse zu erzielen. Es kann aber auch entmutigend sein. Der Schritt fühlt sich gut an. Und richtig.“

Nach der Veröffentlichung von Golden State im Jahr 2001 begann die Band auseinanderzubrechen – wegen des zermürbenden Tourplans und des Drucks, den der Erfolg mit sich gebracht hatte. Gitarrist Neil Pulsford entschied sich, nicht mehr zu touren und verließ die Band im Jahr 2001, um mehr Zeit mit seiner Familie verbringen zu können. Bassist Dave Parsons tat es ihm bald gleich. „Es gab keinen großen Knall“, sagt Rossdale über die Trennung. „Wir haben das auf sehr britische Art gemacht – leise.“

Rossdale verbrachte die nächsten acht Jahre damit, sich neuen Projekten zu widmen – von der Gründung der Band Institute im Jahr 2004 (bei der auch Gitarrist Traynor mit von der Partie war) bis zum Start seiner Solo-Karriere im Jahr 2008. Nichtsdestotrotz war der Gedanke an eine Wiedervereinigung von Bush für ihn nie abwegig. „Die Verzögerung bei der Wiedervereinigung der Band ergab sich daraus, dass ich immer darauf gewartet habe, dass Nigel zurückkommt. Aber er wollte einfach nicht mehr auf Tour gehen“, erklärt Rossdale. „Die Frage war also: ‚Was soll ich tun?‘ So sehr ich auch warten wollte, wollte ich auch gerne ins Studio gehen und auf der Bühne stehen. Institute und meine Solo-Karriere entstanden also eher mangels anderer Möglichkeiten. Ich fühlte mich ein bisschen so, als ob ich aus dem Lot geraten sei. Alles fühlte sich weniger kraftvoll an. So lange ich Musik mache, mache ich sie wesentlich lieber unter dem Namen Bush als unter meinem eigenen.“ Robin Goodridge sagt über die Wiedervereinigung: „Ich wusste immer, dass Bush eine weitere Platte machen würde. Es war nur eine Frage der Zeit, bis es passieren würde. Wenn du etwas hast, das so großartig ist, dann kannst du es nicht einfach zurücklassen.“

The Sea of Memories steht mit einem Bein in Bushs Vergangenheit und mit einem Bein in der Zukunft: eine Balance, die die Band auf jeden Fall erreichen wollte, um sowohl loyale Fans als auch neue Zuhörer zu anzusprechen. „Ich war schon vorher Fan von Bush, also wollte ich der Musik gerecht werden“, sagt Corey Britz, das neueste Bandmitglied, der allerdings kein Fremder ist. Er wirkte in den letzten Jahren bereits bei verschiedenen Projekten von Rossdale mit. „Bush hat immer eine gewisse Stimmung vermittelt und ich hoffe, so nah wie möglich an diese Stimmung heranzukommen. Es macht mich stolz und nervös zugleich und ich freue mich riesig darüber, Teil einer Band zu sein, deren Fan ich schon seit so vielen Jahren bin.“

Gitarrist Chris Traynor war seit der Golden State Tour ein Teil von Bush. Er war außerdem ein Mitglied von Rossdales Band Institute und Sänger bei aktuelleren Solo-Projekten. „Ich glaube, jedes Bush-Album hat sich in Sound und Stil von dem jeweils vorigen Album unterschieden“, fasst Traynor zusammen. „Der Motor, der die Band antreibt und sie zu Bush macht, sind Gavins Songwriting und sein Gesang. Das unerschöpfliche Vokabular und das musikalische Territorium der Band hängen zusammen mit seiner künstlerischen Vision. Ich habe großen Respekt dafür, dass Gavin den Drang hat, sich vorwärts zu bewegen und sich musikalisch weiterzuentwickeln.“

Die musikalische Freiheit, die Rossdale auf The Sea of Memories gefunden hat, fließt auch in seine Texte ein. Auf der gesamten Platte bietet er poetische, farbenprächtige und oft auch ironische Erzählungen über das tägliche Leben – manchmal biografisch, manchmal nicht. „Ich glaube, das Album bietet dieses Gleichgewicht des Lebens aus Kämpfen, Romanzen, Verlusten, Wünschen und Sehnsüchten“, ergänzt Rossdale. „So wie der Song ‚All Night Doctors‘. Ich habe es genossen, einen Dialog zu schreiben, eine Momentaufnahme aus dem Leben eines Anderen zu zeigen. Für die meisten Leute bedeutet Glück, möglichst viel zu erreichen. Aber im Grunde besteht der Erfolg darin, dass sie ihre Sehnsüchte mit dem in Einklang bringen, was sie tatsächlich aus ihrem Leben gemacht haben. Das hat mich schon immer fasziniert. Meiner Erfahrung nach drehen sich Depressionen, Stress und Sorgen fast immer um die Vergangenheit oder die Zukunft. Im Hier und Jetzt lassen sich dagegen jede Menge Glücksmomente finden.“

„The Sea of Memories“ wird am 28. Oktober bei earMUSIC veröffentlicht. Eine limitierte Auflage inklusive einer Bonus-CD mit acht unveröffentlichten Songs wird ebenfalls erhältlich sein.