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INCOGNITO
Biografie

Es war im September 1979, als der Gitarrist Jean-Paul „Bluey“ Maunick mit seinem Musikerkollegen Tubbs Williams in seinem Londoner WG-Zimmer saß und laut nachdachte. Beide waren zu diesem Zeitpunkt Mitglieder der Funk-Kombo Light Of The World. Bluey schwärmte seinem Gegenüber vor, er wolle eine neue Band gründen, die mit wechselnden Musikern neue Klänge auf der Basis von Jazz und Funk kreieren solle. Mitglieder anderer, britischer Jazz-Funk-Gruppen sollten dabei sein und ihre Ideen einbringen.
Zwei Tage später betraten Bluey, Tubbs und weitere Musiker ein Studio, um das Vorhaben zu implementieren. Sie experimentierten herum bis das Produkt nach ein paar Tagen fertig war. Die erste Incognito-Single enthielt die Tracks „Parisienne Girl“ und „Summer’s Ended“. Heute – 26 Jahre später – sagt Bluey: „Es war fast wie eine Jam-Session. Aber mit Struktur“. Es war auch die Geburt einer weiterhin sehr lebendigen Sensationserscheinung.
Zwölf Jahre lang eroberte Incognito vorwiegend die Londoner Jazz- und R&B-Clubs. Als schließlich 1991 der erste Mega-Hit "Always There" weltweit im Radio auftauchte (ein Cover dieses Klassikers von Ronnie Laws), fielen den Hörern regelrecht die Kinnladen herunter. Was da über den Äther donnerte, war ein Jazz-Funk-Feuerwerk, bei dem nur Earth, Wind & Fire hätte gleichziehen können. Die Arrangements von Incognito hatten sich weiterentwickelt: Gestochen scharfe Bläsersätze, die inzwischen unverkennbaren rhythm guitar riffs von Bluey, Funk-Rhytmen mit lateinamerikanischen Einflüssen und umwerfende Soul-Stimmen gehörten fortan zu den Markenzeichen der nunmehr 13-köpfigen Formation.
Der Bandname sollte das Konzept wiederspiegeln, das Bluey seiner Truppe verordnet hatte: Eine Band-Familie, die von Personenkulten Abstand nahm und die sich wie ein Chamäleon verwandeln konnte. In der Tat änderte sich der Stil von Incognito fortlaufend. Im Laufe der Jahre spielten über 1000 Musiker mit der Band, die ihre Einflüsse einbrachten. Bluey ist der einzige Musiker, der stets dabei war und das Feuer anfachte. Das dienstälteste Mitglied nach ihm ist der schlicht brilliante Schlagzeuger Richard Bailey, dessen grenzenlose Off-Beat-Qualitäten gerade bei Live-Gigs zur Geltung kommen.
Die Acid Jazz-Modeerscheinung, die Anfang der neunziger Jahre aufkam, half der zur lebenden Legende mutierenden Formation. Der eher konservativ anmutende, britische Jazz-Funk, mit dem Gruppen wie Level 42 oder Shakatak bis dahin aufgewartet hatten, wich der energiegeladenen Musik von Incognito. Das ursprünglich von Legenden wie Dick Morrissey und Jim Mullen (Morrissey Mullen) erfundene Phänomen des britischen Jazz-Funk hatte nun seinen drive zurückerhalten.
Zwar ging die Acid Jazz-Welle einige Jahre später unter. Deren Basis, nämlich der britische Jazz-Funk, lebt jedoch noch heute – und mit ihm Incognito. In Amerika lebte der Jazz-Funk schon 1971 auf, als Maurice White – bis dahin Schlagzeuger im Ramsey Lewis Trio - eines der Vorbilder von Incognito gründete, nämlich Earth, Wind & Fire. So schnell wird sich der Jazz-Funk nicht verabschieden, auch wenn die Musikindustrie dies zeitweise annahm. Mit Letzterer liegt Bluey im Clinch: „Die Musikindustrie hat Augen, aber keine Ohren. Das music business und das business of music sind zwei grundverschiedene Dinge.“
Incognito veröffentlichte das Debütalbum „Jazz-Funk“ weltweit erst nach dem umwerfenden Erfolg der CD „Inside Life“, die „Always There“ enthielt. Später folgte das Album „Tribes, Vibes And Scribes“, das einen weiteren, großen Incognito-Hit enthielt. Das Cover von Stevie Wonders Song „Don’t You Worry ’Bout A Thing“ schaffte es sogar in die heavy rotation bei MTV. Mit „Still A Friend Of Mine“ lieferten Bluey und seine Band-Familie einen dritten, großen Hit auf dem vierten Album „Positivity“, das sich gerade in Amerika verkaufte, als gäbe es kein Morgen. 1995 war es der Dancefloor-Kracher „Everyday“, der den Massen einheizte, während die Jazzer unter den eingefleischten Fans eher die Instrumentals und Soulballaden auf der CD „100 Degrees And Rising“ genossen.
Mit Incognito kam plötzlich musikalische Qualität über den Äther, die für große Radiosender in den achtziger Jahren ein Tabu dargestellt hatte. Die Band erreichte schon in den neunziger Jahren zahlreiche Zielgruppen. Sowohl die Masse der anspruchsloseren Hit-Hörer wurde befriedigt, als auch die Song-Liebhaber, denen die samtigen Soulstimmen der Incognito-Sänger/innen sowie die von Bluey geschriebenen Texte zusagten. Hinzu kamen die Club-Gänger, die die Tanzbarkeit vieler Incognito-Stücke begeisterte. Für Jazz-Musiker, Musikprofessoren und sonstige Experten waren es immer die musikalische Qualität, die instrumentalen Improvisationen und die Arrangements, die Incognito zu ihrer Lieblingsband werden ließ.
Inzwischen gehören 11 Studio-Alben, ein Live-Album („Last Night In Tokyo“, Japan-Import), zwei Best Of-Scheiben und mehrere Remix-CDs zur Diskografie. Für Bluey und seine Incognito Family waren es letztendlich jedoch immer die Touren und Konzerte, auf die es ankam. „Die Alben ermöglichen es uns, durch die Welt zu touren und live zu spielen. Incognito ist eine Live-Band“, so der Gründer.