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MUSICA ANTIQUA KÖLN
Biografie

„Welch' eine Erleuchtung in einem Meer von Mittelmäßigkeit...“ Als man 1993 diese Worte über die Aufnahme der Dresdener Festkonzerte J.D. Heinichens in der New York Times lesen konnte, war der Karriere-Zenit des Ensembles bereits überschritten. 1973 gegründet, hatte das Ensemble nach bereits fünf Jahren harter Arbeit einen Exklusiv-Vertrag bei der Archiv-Produktion der Deutschen Grammophon Gesellschaft erhalten und bis zum Ende der 80er Jahre dreißig Aufnahmen vorlegen können. Dabei stand ganz zweifellos das „unbekannte Meisterwerk möglichst adäquat interpretiert“ sowie die umfassende wissenschaftlich-theoretische Aufarbeitung der Kompositionen und ihres Umfelds im Vordergrund. Nach einigen Ausflügen ins französische Repertoire (von dem die Franzosen selbst seinerzeit noch gar  nichts wissen wollten) waren vornehmlich „Denkmäler deutscher Tonkunst“ auf den Programmen, denn obgleich immer international besetzt, verstand sich das Ensemble auch außerhalb seiner großen Tourneen für das Goethe-Institut als Botschafter deutscher Kultur. Fachlich höchst abgesicherte Interpretationen von Standard-Repertoire lösten weiland noch helles Entsetzen aus – heute sind sie (z.B. Goebels „Brandenburgische“ und die „Kunst der Fuge“) Referenz-Aufnahmen, um die man nicht herumkommt.
In den 90er Jahren trat das Ensemble häufiger orchestral vergrößert in Erscheinung und schuf mit Anne Sofie von Otter und Christine Schäfer eine Reihe diesmal vokaler Lichtblicke, vor allem aber alle jene „Dresden“-Aufnahmen, die bald schon einen Kometen-Schweif von Nachahmungen generierten. Nach 2000 aber wurde zunehmend klar, daß Musica Antiqua „outdated“ war, Publikum, Presse und Promotion grelle Opern, aber doch keine esoterischen Sonaten von Pachelbel, von Meister gar haben wollte. Der inneren Emigration folgte noch ein Verkehrsunfall mit Folgen und 2006 dann die Liquidation des Ensembles....... und 2009 dann noch ein „Diapason d´Or“ für die nach 30 Jahren erneut publizierte Aufnahme „Le Parnasse Francais“.
Reinhard Goebel