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RAGNA SCHIRMER
Biografie

Schon früh zeigte Ragna Schirmer, welch natürliches Glücksverhältnis sie zur Musik besitzt. Neun Jahre war sie, als sie ihren ersten von insgesamt fünfzehn Klavierwettbewerben gewann. Und das gelang ihr gleich mit einem absoluten Schwergewicht der Klavierliteratur – der zweiten Etüde von Chopin. Mit ihrem Willen zur Perfektion legte sie so den Grundstein für ihr gerühmtes, technisches Rüstzeug. Gleichzeitig kristallisierten sich bereits schon einige der musikalischen Favoriten heraus, mit denen Ragna Schirmer als gereifte Künstlerin auch auf dem CD-Markt international zur festen Größe wurde. Nachdem sie 1992 und 1998 den Internationalen Jo¬hann-Sebastian-Bach-Wettbewerb in Leipzig gleich zwei Mal gewonnen hatte (dieser Doppeltriumph ist in der Geschichte dieses Wettbewerbs einmalig geblieben!), geriet ihre Aufnahme von Bachs „Goldbergvariationen“ 2000 zum vielbeachteten Debüt. Mit den nun sämtlichen zwölf Chopin-Etüden op. 10 gelang ihr in Virtuosität und Darstellung der kompositorischen Prozesse eine interpretatorische Kunstleistung ersten Ranges. Und 2002 schloss sich mit der ersten Einspielung von Solo-Klavierwerken vorerst der Kreis zu einem Komponisten, der die gebürtige Hildesheimerin schon mit zwölf Jahren in ihren Bann zog. „Joseph Haydns Klaviermusik ist unwahrscheinlich facettenreich.“, so Ragna Schirmer. „Bei aller Souveränität im Handwerklichen strahlt sie immer pontaneität, Lebensfreude, aber auch Ehrlichkeit aus.“ Wie gut diese musikalischen Charakterzüge Haydns und das Klavier-Spiel Ragna Schirmers zusammenpassen, wurde eben vor sechs Jahren unüberhörbar, als sie für Haydns Klavierwerke alles an musikantischer Souveränität, an musikalischer Klarheit, Entschiedenheit und Tiefe aufbot - und dafür prompt mit einem ECHO-Klassikpreis ausgezeichnet wurde. Seitdem hat Ragna Schirmer selbstverständlich weitere, ähnlich erfolgreiche Visitenkarten im CD-Format abgeliefert: Mit Werken von Beethoven, Franz Schmidt, Schnittke, Corigliano, Schumann und Mendelssohn-Bartholdy. Und wenn sie sich nicht gerade an der Mannheimer Hochschule für Musik und darstellende Kunst um den Nachwuchs kümmert, wo sie seit 2001 eine Professur für Klavier innehat, gastiert sie regelmäßig auf den großen, internationalen Konzertpodien. Nach Gastspielen etwa bei den Münchner Philharmonikern unter Zubin Mehta und der Camerata Salzburg unter Sir Roger Norrington wurde sie im letzten Jahr von Maestro Kurt Masur nach Paris zu einem gemeinsamen Konzert mit dem Orchestre National de France eingeladen. „Ich bin so glücklich mit und in diesem Beruf. Ich genieße ihn und bin dankbar, dass ich das machen darf, was ich schon immer und aus vollem Herzen machen wollte.“