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Neues Soloalbum erscheint am 28.01.2011

Dienstag, 14. Dezember 2010

Abb.: Das Cover des neuen Albums von Pat Appleton. Seit 28.02.2011 überall als Jewelcase mit edlem Schube erhältlich.

Mein Solodebüt (“What´s next?”) hat mir die Chance und Kraft gegeben, mich weiterzuentwickeln. Eines Tages lag ein neues Stück auf meinem Tisch und ein Freund erinnerte mich an eine großartige Situation: Auf einer Hochzeit war ich es, die den Brautstrauß gefangen hatte: 'Ich hab den Strauß gefangen und jetzt habe ich den Salat!'  - eine inspirierende Idee. Der Text für das Lied 'Niemals' floss nur so aufs Papier. Deutsche Lyrics waren schon lange ein Thema für mich und hier war die perfekte Gelegenheit, Neues auszuprobieren, andere Seiten von mir zu entdecken. Es fühlte sich gut und richtig an, das deutsch zu texten. Für mich war klar: Da bleibe ich dran! (Pat Appleton)

Besinnungslyrik ist nicht ihre Sache, dafür ist das Leben viel zu bunt. Harmloser Frohsinn liegt ihr ebenso wenig, das können andere besser. Die kunstvollen Floskeln der neuen deutschen Songpoesie wiederum wirkten ihr zu schemenhaft und so sah sich Pat Appleton einer ungewöhnlichen Aufgabe gegenüber. Denn im Unterschied zu De-Phazz, der erfolgreichen Soul-Jazz-Elektro Combo, mit der sie während der vergangenen Jahre bekannt wurde, und auch zu ihrem Solo-Album “What's Next”, das mit englischen Texten und rockiger Attitude dezent daran anknüpfte, ging es diesmal darum, einen eigenen Stil zu finden. “Englisches läuft gerne auch mal nebenbei”, meint Pat Appleton und kreist die eigenen Ideen ein: “Singt man aber auf deutsch, hören die Leute zu. Und das wird dann gleich sehr ernst. Larmoyanz aber liegt mir fern, auch wenn manches in den ersten Entwürfen eher finster klang. So habe ich mein Leben durchforstet nach schönen, unbeschwerten oder auch witzigen Momenten und daraus sind die Texte entstanden. 'Weißmehl' zum Beispiel. Es ist schwer, sich in Paris nicht zu verlieben. Die Stadt, die ganze Stimmung lädt dazu ein. Mir ging es genauso, aber ich wollte eben nicht die Romanze in den Mittelpunkt stellen, sondern die Atmosphäre an sich.”

Daraus entstand ein Song über die Stadt an der Seine, der mit verschmitzter Lakonik genau dieses Wechselspiel von Aura und Realität in den Mittelpunkt stellt. Man hört das Lächeln hinter den Worten, spürt aber auch die Klarheit der Empfindung, die mit ein wenig Distanz genau diesen Kontrast als Inspiration wahrnimmt. Mit “Zwei Tage Rügen” ist es ähnlich. Außen wird innen, der Blick der Künstlerin formt die Wahrnehmung der Inselwirklichkeit nach der eigenen Sicht und lässt die Gedanken assoziativ und reflektierend schweifen. Das gelingt, wird nachvollziehbar, nachempfindbar und das liegt an der Wahl der Worte und dem Duktus der Sprache. Für Pat Appleton ist sie Werkzeug, Spielwiese, manchmal auch ein Laboratorium, das ihr dabei hilft, sich “mittendrin” zu fühlen.
Denn ihre Texte folgen dem Fluss der Gedanken, erzählend, nachdenklich, manchmal frech. Sie vermeiden Künstlichkeit ebenso wie die Banalität der Normalität und entwickeln gerade in der dezenten poetischen Formung eine unmittelbare Kraft, die den Hörer aufmerksam werden lässt: “Ich habe versucht, mich der festen Schubladen zu entziehen, die es zur Zeit in der deutschen Popmusik gibt. Denn man hat schnell das Gefühl, dass da vieles aus einer Feder kommt. Zunächst dachte ich, dass ich es nicht schaffe, ein anderes Fenster aufzumachen. Aber ich glaube, es ist mir gelungen. Ich sehe im Moment nicht so viele Frauen, die eigene Texte schreiben und dabei ebenso persönlich wie melodisch arbeiten. Mir fehlt manchmal, was früher zum Beispiel Ulla Meinecke machte, ein bisschen angesoult, aber mit Identität und einer eigenen Vorstellung. Vielleicht habe ich in dieser Richtung meine Nische gefunden.”

Das Album selbst entstand im vergangenen Winter in Berlin. Neben Pat Appleton selbst war vor allem Produzent Tobias Bublat bei der Soundfindung im Vorfeld aktiv, die im Sommer 2009 begonnen hatte. Im Studio wurde dann über zwei Wochen im Februar und März hinweg intensiv im Team mit den Musikern gearbeitet, bis die Mischung aus rockigem Basisgefühl und transparenter Klanggestaltung im Stil zeitgemäßen Songwritings perfekt war. “Mittendrin” knüpft damit an den englischsprachigen Vorgänger an, hat allein schon durch Timbre, Phrasierung und Stimmfarbe eine kleine Prise De-Phazz im Stammbaum, unterscheidet sich darüber hinaus aber in der Haltung ebenso wie in Sound und Feeling klar von den Soulfunk-Kollegen.

Und das ist auch so gedacht, denn mit “mittendrin” tritt Pat Appleton aus der zweiten Reihe mit einem eigenen Künstlerprofil ins Rampenlicht, um ihre bisherigen Aktivitäten selbstbewusst zu erweitern: “Die meisten Leute kennen mich trotz 'What's next?' im Hintergrund der Musik, aber so sehe ich mich selbst gar nicht. Ich stehe gerne vorne, habe auch bei Konzerten viel zu erzählen und möchte mit den Texten und der neuen Musik mehr als früher als eigenständige Person auftreten. Und ich glaube, dass es viel Menschen gibt, die gerne so etwas Ehrliches wie 'mittendrin' hören wollen und sich darin wieder finden können. Das ist auch ein bisschen meine Hoffnung mit diesem Album und meiner Musik”.