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PAT APPLETON
Biografie

Pat Appleton findet, dass das Leben die besten Geschichten schreibt. Leider erlaubt die Lyrik keine langen Exkursionen in die eigene Lebensgeschichte, und doch handeln die meisten Songs von Erlebnissen, die es zu verarbeiten gilt. Das Wildschwein auf dem Cover von „Mittendrin“ kommt nicht von ungefähr: Pat Appleton begegnete nach einer Sinnkrisen-Nachhilfestunde einem besonders großen Schwarzkittel in Berlin-Zehlendorf und war gebannt von der Wildheit des Lebens mitten in der Stadt, mitten in Deutschland. Denn das wilde Leben kannte sie schon von Ihrer Kindheit in Liberia, West Afrika. So fand an ihrem 12. Geburtstag ein Militärputsch statt, und die heile Welt einer sorglosen Kindheit geriet ins Wanken. Doch man passte sich an, man überstand Krisen, und dank der rheinischen Mutter erbte Pat Appleton einen unverwüstlichen Optimismus. Damit ließen sich Dinge verarbeiten, die man als Kind noch nicht so ganz versteht: die Leiche, die plötzlich an den Strand vor dem Elternhaus angeschwemmt wurde und tagelang dort liegen blieb, die Hamsterkäufe im Hinterland, Ausgangsperren, die guten und die  bösen Soldaten, die Bibel schwingenden Missionare in der Schule, die vor dem Weltuntergang warnten. (Von da an ereigneten sich schauerlich merkwürdige Dinge - Vorboten eines Bürgerkriegs,  der sich über drei westafrikanische Länder erstreckte und bis heute erschüttert.) Es gab in Liberia aber nicht nur Schicksalsschläge, Pat Appleton sagt heute, dass es die schönste Kindheit war, die man sich vorstellen kann. Man lernt mit dem Tod zu leben ohne ihn zu fürchten, und man kann durch wundersame Weise mit dem Leben besser fertig werden. Es ist einfacher, weil es archaischer zugeht. So kamen und gingen viele tierische Begleiter, die nicht unterschiedlicher hätten sein können: der Mungo, die Meerkatze, die Urwaldantilope, die mit der Flasche großgezogen wurde und der Chimpansenmann Sukumutu, der sich hoffnungslos in Pats Mutter verliebt hatte und deshalb regelmäßig ausriss, um der Angebeten feucht küssende Avancen zu machen. Es gab viele Hunde, dieschon lange in den ewigen Jagdgründen weilen, der skurrilste war der „fast“ dreibeinige, nichtbellende Basenji-Buschhund namens Keke. Das Krokodil im Garten glaubt man ihr bis heute nur, weil ein vergilbtes Beweisfoto aus dem Elternhaus in Monrovia überlebt hat. Zurück in Deutschland, kurz nachdem sie ihr Politik-Studium in Heidelberg schmiss, um bei De-Phazz mitzuwirken, begann Pat Appleton, wahre Begebenheiten mit süffisanten Lounge-Klängen und einem gehörigen Schuss ironischer Fantasie zu verweben. Der Text zu dem berühmtesten De-Phazz-Song „The Mambo Craze“ überfiel sie nach einer Südamerikareise, und zusammen mit Pit Baumgartner spekulierte sie charmant über das Konsumieren von wahrnehmungserweiterndem Gebäck bei einer Höhenlage von 3900 Metern über Meereshöhe, an einem berühmten azurblauen Andentümpel ... eigentlich müsste das doch Folgen haben? Space cake break at the Titicaca lake. Der Albumtitel „Death by Chocolate“ entstand nach einem Erlebnis bei einem Besuch in Nairobi, denn es gab Unruhen auf den Straßen und kein Durchkommen. Familie Appleton zog sich kurzerhand in ein Restaurant zurück, um erstmal ein Viergang-Menü zu verspeisen, das von einem schweren Schokodessert namens Death by chocolate abgerundet wurde, während um sie herum die Autos brannten. Der Mensch muss schließlich essen und Unruhen zerstreuen sich schon irgendwann. Taten sie auch. Man kann es auch Fatalismus nennen. Das Leben ist der Sinn. Durch die vielen Reisen mit De-Phazz in Europa, Russland, Kanada wurde die alte Studienheimat im beschaulichen Heidelberg zu klein. Laue Suppe. Daran konnte auch die clever eingeführte »Metropolregion Rhein Neckar« nichts mehr ändern. Es zog Pat nach Berlin, denn dort lockte die große weite Welt. Dass diese große Welt von Brandenburg umgeben ist, daran musste man sich als Weltbürger erstmal gewöhnen. Aber man möchte ja schließlich auch ein buntes Teilchen im immer wachsenden Mosaik der entspanntesten Großstadt der Welt sein. Und wenn alle Stricke reißen, dann nimmt sie einfach den nächsten Regionalexpress und gibt sich 2 Tage Rügen. Weiter weg zu fahren oder gar zu fliegen, belastet die persönliche Umweltbilanz, und so hat Pat Appleton private Fernflugreisen aus Umweltgründen aus ihrem Repertoire gestrichen.